Am 22. August 2026 starteten wir mit zehn Personen in Volksdorf und machten uns mit der U1 auf den Weg. Nach zweimaligem Umsteigen standen wir an der Bushaltestelle Elbbrücken und wollten mit dem 256er weiterfahren. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass die Haltestelle bereits im Januar 2026 verlegt worden war, die HVV-App aber offenbar noch nichts davon wusste. Zahlreiche andere Fahrgäste hatten das gleiche Problem.
Für uns wurde daraus eher eine lustige Situation: Sofort wurden die Handys gezückt und wir fühlten uns wie eine Gruppe Pfadfinder, die gemeinsam den richtigen Weg sucht. Natürlich gab es mehrere Vorschläge, wie wir zur nächsten Haltestelle kommen könnten. Am Ende war es dann doch einfacher als gedacht.

Der einsetzende Regen beim Ausstieg am Hafenmuseum wurde von uns kurzerhand als typisch hamburgische Begrüßung wahrgenommen. Nachdem jeder seine Eintrittskarte erhalten und das „Armband“ angelegt hatte, ging es pünktlich und – diesmal ohne weiteren Schauer – auf den „Sauger“.
Zu Beginn gab uns der ehrenamtlich tätige Dieter Ortel interessante Informationen über die Geschichte des Ausbaggerns der Elbe und den anschließenden Transport des Schlamms mit längsseits liegenden Schuten, die von genau diesem Schutensauger bedient wurden.

Besonders interessant fand ich die Entwicklung der etwa 100 Kilometer langen Fahrrinne der Elbe. Während ursprünglich eine Mindesttiefe von nur etwa drei Metern ausreichte, beträgt sie heute tideunabhängig 13,5 Meter!
Der Schutensauger selbst war von 1909 bis 1989 im Einsatz. Besonders beeindruckend empfand ich jedoch den Maschinenraum mit seiner dreizylindrigen Dampfmaschine, die seit 1909 funktionsfähig ist.
Nach weiteren Informationen und einigen interessanten Technikgesprächen unter den Experten in unserer Gruppe verließen wir den Maschinenraum. An Deck konnten wir noch bestaunen, welche Wassermengen die alte Kreiselpumpe in die Elbe förderte.
Anschließend ging es zum gemütlichen Teil über: Kaffee und Kuchen vor dem Hafenmuseum. Gut gestärkt besuchten wir danach noch das Hafenmuseum mit seinen zahlreichen Maschinen, nautischen Geräten sowie der umfangreichen Präsentation von Modellschiffen und für den Hafen typischen Modellbauten. Auch hier gab es viel zu entdecken und reichlich Gelegenheit für interessante Gespräche.

Danach teilte sich unsere Gruppe. Ein Teil machte sich direkt auf den Rückweg, während der andere Teil mit dem Bus zum Alten Elbtunnel fuhr. Zu Fuß ging es anschließend durch den Elbtunnel und weiter an den Landungsbrücken entlang bis zur Brücke 10, Dort ließen wir den Ausflug bei Fischbrötchen, einer Weinschorle oder einem Bierchen und einigen lustigen Gesprächen gemütlich ausklingen.

Von den Landungsbrücken ging es schließlich mit der U-Bahn zurück nach Volksdorf.
Am Ende waren die meisten von uns wohl ziemlich „platt“, dafür aber gut informiert und zufrieden wieder zu Hause angekommen.
Ich* selbst empfand den Tag als einen rundum gelungenen und abwechslungsreichen Ausflug mit netten Menschen, interessanten Gesprächen und vielen neuen Eindrücken. Und natürlich gehörte auch die kleine Pfadfinder-Episode an den Elbbrücken irgendwie dazu.
*Ingo Pautke
